Heißhungerattacken können aus verschiedenen Gründen auftreten, sowohl aus psychologischen als auch aus physiologischen Gründen. Nachdem Sie wissen, warum Ihr Heißhunger auftritt (egal ob Sie eine niedrige glykämische Diät einhalten oder nicht), können Sie Schritte unternehmen, um effektiver damit umzugehen. Einige häufige Gründe für Heißhungerattacken (und wie man sie bekämpft) sind wie folgt:
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Sucht: Neuere Forschungen weisen auf die Idee hin, dass der Verzehr von hochglykämischen Lebensmitteln das Verlangen stimuliert und Regionen des Gehirns belohnt. Weitere Forschung ist erforderlich, aber es ist gut zu wissen, dass dies passieren könnte. Der regelmäßige Verzehr von Lebensmitteln mit niedrigem glykämischen Wert über den Tag verteilt kann helfen, diesen Kreislauf zu durchbrechen.
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Instabiler Blutzucker: Dies ist wahrscheinlich der größte physiologische Auslöser für das Verlangen nach Nahrung. Die Nahrung, die Sie zu sich nehmen, insbesondere Kohlenhydrate, erhöht den Blutzuckerspiegel in Ihrem Körper. Wenn Sie große Mengen an Kohlenhydraten essen, insbesondere hochglykämische Kohlenhydrate, steigt Ihr Blutzucker schnell an und stürzt dann ab.
Eine niedrige glykämische Ernährung kann dazu beitragen, Ihren Blutzucker stabil zu halten, indem eine Energiequelle bereitgestellt wird, die langsam verdaut wird und einen allmählichen Anstieg des Blutzucker- und Insulinspiegels bewirkt.
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Schlafmangel: Jüngste Untersuchungen zeigen, dass Menschen, die nachts nicht die angemessene Menge an Schlaf bekommen, mehr von ihrem „Hungerhormon“ und weniger von ihrem „vollen Hormon“ produzieren, was dazu führt, dass sie sich tagsüber hungriger fühlen, zu viel essen und infolgedessen an Gewicht zunehmen. Die Studie ergab auch, dass diese Menschen im Laufe des Tages mehr Heißhunger auf salzige und süße Speisen hatten.
Um diesem physiologischen Auslöser von Heißhungerattacken entgegenzuwirken, gönnen Sie sich jede Nacht sieben bis neun Stunden Schlaf. Wenn Sie Schlafprobleme haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt, um professionelle Hilfe zu erhalten.
Sie können nachts nicht entspannen? Versuchen Sie, eine Tasse Kamillentee zu trinken, ein paar Yoga-Dehnungen zu machen, zu lesen, zu meditieren, Tagebuch zu führen oder eine andere Aktivität, die Ihre mentale To-Do-Liste abschalten kann.
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Niedriger Serotoninspiegel: Einige Forscher glauben, dass ein hormonelles Ungleichgewicht, insbesondere ein niedriger Serotoninspiegel, ein weiterer physiologischer Auslöser für Heißhunger sein kann. Wissenschaftliche Beweise deuten auch darauf hin, dass Kohlenhydrate dazu beitragen können, den Serotoninspiegel des Körpers wieder aufzufüllen ( Serotonin ist eine Wohlfühlchemikalie im Gehirn). Obwohl es keine schlüssigen Beweise dafür gibt, dass der Verzehr von Kohlenhydraten eine beruhigende Wirkung hat, kann es für einen schnellen Wohlfühlmoment ausreichen.
Es kann helfen, Ihren Blutzucker stabil zu halten und hochwertige Kohlenhydrate wie Vollkornprodukte, Obst und Gemüse (anstelle von hochglykämischen Kohlenhydraten) zu sich zu nehmen. Sport erhöht auch den Serotoninspiegel und kann helfen, Heißhungerattacken zu verringern.
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Konditionierte Reaktionen aus der Kindheit: Einer der größten psychologischen Gründe, warum Menschen sich nach Nahrung sehnen, ist, dass sie von Kindheit an konditioniert sind. Konditionierte Reaktionen gehen Hand in Hand mit emotionalem Essen. Säuglinge und Kleinkinder lernen durch Erfahrung, dass sie sich durch bestimmte Nahrungsmittel besser fühlen oder sogar satt oder emotional zufrieden sind.
Vielleicht haben Sie als Kind immer nach dem Abendessen ein Dessert gegessen, oder vielleicht haben Sie ein Eis bekommen, als Sie das Fußballspiel verloren haben. Einige dieser Konditionierungshinweise sind in Ordnung, weil sie gelegentlich vorkommen, aber andere sind härter, weil sie tägliche Gewohnheiten sind. Wenn Sie zum Beispiel als Kind jeden Tag mit Süßigkeiten für die Erledigung Ihrer Hausarbeiten belohnt wurden, können Sie dieses Muster als Erwachsener fortsetzen und denken: „Ich habe heute hart gearbeitet; Ich verdiene es."
Um sich von Ihren konditionierten Nahrungsreaktionen zu lösen, könnten Sie versucht sein, das Essen ganz wegzulassen, aber dadurch wird Ihr Verlangen nur noch schlimmer. Essen Sie stattdessen etwas Ähnliches. Wenn Sie nachts Lust auf Eis haben, weil Sie das als Kind vor dem Schlafengehen gegessen haben, dann nehmen Sie eine kleine Menge Frozen Yogurt oder einen Frucht-Smoothie. Wenn Sie Lust auf Schokolade haben, haben Sie eine Unze dunkle Schokolade.
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Restriktive Diäten und zurückhaltendes Essen: Studien deuten darauf hin, dass Menschen, die auf bestimmte Lebensmittel verzichten, am Ende mehr Verlangen danach haben, dem Verlangen nachgeben und übermäßig nachgeben. Als psychologische Reaktion fühlen sie sich dann schuldig und entscheiden sich, die Lebensmittel nicht zu essen, was den Kreislauf des Heißhungers nur verlängert.
Stark restriktives Essen (bei sehr kalorienarmen Diäten) kann auch zu einem physiologischen Auslöser führen – niedriger Blutzucker durch Nichtessen! Anstatt sich von bestimmten Nahrungsmitteln abzuschneiden, iss kleine Mengen davon. Sie können auch ein Lebensmittel mit niedrigerem glykämischem Wert probieren, das dem ähnelt, wonach Sie sich sehnen.
Denken Sie an das letzte Mal, als Sie Heißhunger hatten. Können Sie auf Ihren Auslöser zeigen? Sich bewusst zu machen, warum Sie sich nach bestimmten Nahrungsmitteln sehnen, kann Ihnen helfen, dieses Verlangen in Zukunft zu überwinden und zu verhindern.
Denken Sie daran, dass der häufigste Grund für Heißhungerattacken bei Menschen, die versuchen, Gewicht zu verlieren, niedriger Blutzucker ist. Instabiler Blutzucker kann Heißhungerattacken nicht nur auslösen, sondern auch verschlimmern.